Über mich

Ich habe in meinem Leben überlebt, weil ich immer jemanden hatte, der mir weitergeholfen hat

„Eva Fleischmann ins Sekretariat bitte“… oh, ich hoffe so, dass ich mich verhört habe … aber nein, erneut die Stimme durch den Lautsprecher, der durch die Gänge und die Klassenzimmer hallt: „Eva Fleischmann ins Sekretariat bitte.“

Mir rutscht das Herz in die Hosentasche, was habe ich denn jetzt schon wieder angestellt? Ich gehe nochmal schnell in Gedanken den Tag durch, mir fällt nichts ein, was ich falsch gemacht haben könnte. Trotzdem: ins Sekretariat gerufen zu werden hat noch nie was Gutes zu bedeuten.

Ich kratze meinen Mut zusammen und gehe durch die Gänge meiner Schule ins Sekretariat, werde von der Sekretärin aufgefordert kurz Platz zu nehmen, der Direktor will mich sprechen. Es wird immer schlimmer. Ich bin keine gute Schülerin, es ist geschätzt meine fünfte Schule, ich glänze oft durch Abwesenheit, aber wie heißt es so schön: ich bin meist bemüht. Hilft alles nichts, die Angst steigt immer höher, ich überlege weiterhin fieberhaft, was ich falsch gemacht haben könnte.

Dann ist es soweit, der Direktor ruft mich zu sich rein und bittet mich Platz zu nehmen. Das fühlt sich auch nicht besser an. Dann will er auch noch plaudern, fragt mich, wie es mir geht – „Was genau soll diese Frage?“, denke ich mir – und erzähle, dass alles gut sei. Was es nicht ist, aber wer will das wissen. Zu dem Zeitpunkt bin ich 16 Jahre alt, wohne alleine und versuche damit klar zu kommen. Dann fragt mich der Direktor, ob ich etwas vermisse. Dieses Gespräch wird mir immer unheimlicher und ich antworte: nein. Tatsächlich vermisse ich nichts.

Gesehen werden

Der Direktor öffnet seine Schublade greift hinein, holt meine Brieftasche hervor und gibt sie mir. Gott sei Dank, kein Verweis, nichts falsch gemacht, nur die Brieftasche verloren. Daraufhin schaut mir der Direktor fest in die Augen und sagt folgende Sätze, die sich mir ins Gedächtnis geprägt haben:

„Ich kann mir vorstellen, dass schwer es ist, in deinem Alter alleine zu leben. Ich weiß, dass Du oft Hunger hast und über einer Pizzeria lebst und dass Du Dir keine Pizza leisten kannst. Ich habe Dir 20 DM (ja, die Geschichte ist schon älter) in Deine Brieftasche gelegt und ich möchte, dass Du heute nach der Schule nach Hause gehst und Dir eine Pizza von dem Geld kaufst. Ich möchte das Geld nicht zurück. Aber wenn Du in deinem Leben mal jemanden triffst, der Hilfe braucht, gleich welcher Art, und Du kannst helfen, dann möchte ich, dass Du das tust.“

Der Direktor der Schule hat mir damals etwas beigebracht, das mir bis heute wichtig ist: mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, zu sehen, wenn jemand meine Hilfe braucht und ihm diese zu geben.

Mein Weg zu „Coaching in Bewegung“

Im Laufe meines Lebens habe ich noch einige Schulen und Internate durchlaufen, habe beim Film und in Fabriken gearbeitet, war bei der Gewerkschaft als Beraterin beschäftigt, habe mit meinem Mann eine Firma gegründet und geleitet, Kinder bekommen und groß gezogen, als Projektträgerin ein öffentliches Förderprogramm in Millionenhöhe gemanaged, Organisationen und Menschen beraten, mich als Coach, Beraterin und Therapeutin aus- und weitergebildet.

Und bei all diesen unterschiedlichen Berufserfahrungen war es mir immer wichtig, den Menschen zu sehen und zu erkennen, welche Unterstützung gebraucht wird. Was ich für ihn tun kann.

Das ist bis heute das Ziel meiner Arbeit und meines Lebens. Ich möchte mit offenen Augen durch die Welt gehen und dort wo Hilfe gebraucht wird, helfen.

Und ich glaube, dass es genau das ist, was unsere Welt heute braucht. Menschen, die hinsehen, wahrnehmen wo Hilfe gebraucht wird, und diese ermöglichen. Und das fängt zuerst bei sich selbst an. Denn ich bin zutiefst davon überzeugt, dass glückliche und zufriedene Menschen gut für sich und damit gut für die Welt sind.

David Orr hat das wunderbar auf den Punkt gebracht:


“The plain fact is that the planet does not need more successful people. But it does desperately need more peacemakers, healers, restorers, storytellers, and lovers of every kind. It needs people who live well in their places. It needs people of moral courage willing to join the fight to make the world habitable and humane. And these qualities have little to do with success as we have defined it.”.

Ich freue mich immer, wenn Menschen durch meine Unterstützung glücklich und zufrieden durchs Leben gehen. Oder wenn ich einfach zur richtigen Zeit für sie da bin und etwas bewirken kann, wie damals mein Direktor bei mir.


Bei was brauchen Sie Unterstützung? Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir!


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