Der ultimative Tipp für entspannte Weihnachten

Heute in der Berliner Zeitung ein Artikel über meinen ultimativen Tipp für entspannte Weihnachten.

Bis Nikolaus ist alles fertig

Die Coachin Eva Fleischmann hat den ultimativen Rat für ein stressfreies Weihnachten: Heiligabend im Kopf vorverlegen

Eine Situation steht für Coachin Eva Fleischmann symbolisch für das Thema Weihnachtsstress. „Kurz bevor das Essen auf den Tisch kommt, stürmt mein Sohn herein und fragte, wo denn das Geschenkpapier liegt“, sagt sie mit einem Lachen. Das ist schon ein paar Jahre her und inzwischen ist der Sohn erwachsen und hat den Rat sei-ner Mutter umgesetzt.
Der lautet: frühzeitig mit den Vorbereitungen anfangen und anschließend die Adventszeit und den Heiligabend einfach nur genießen, wie sie auf ihrem Blog coachinginbewegung.berlin schreibt.
Zu dieser Strategie kam Fleischmann, als sie merkte, dass ihr eigener Stress nicht nur ihr selbst das Leben erschwerte, sondern dass er sich auf ihre Familie übertrug. Das sollte nicht so bleiben. „Es wird ein gutes Fest, wenn ich als Gastgeberin entspannt bin“, sagt sie. Das sei kaum möglich, wenn sie mit dem Geschenkekauf und allen anderen Vorbereitungen war-tet, bis „die Stadt immer voller wird“ und ein entspannter Bummel nicht mehr möglich ist.

Privat hat sie sich deshalb seit einigen Jahren eine strenge Deadline gesetzt: Bis Ende November will sie alle Geschenke verpackt und alle Karten geschrieben haben. „Aber auch der Nikolaustag am 6. Dezember ist ein guter Tag“, sagt sie. Wer dann alles vorbereitet habe, den erwarte eine entspannte Vorweihnachtszeit.
„Es klingt simpel, ist aber ungeheuer wirkungsvoll. Für mich hat sich die Vorweihnachtszeit und damit auch der Weihnachtsabend verändert“, sagt sie. Seit sie den Heiligabend gewissermaßen im Kopf vorverlegt hat, hat die Adventszeit eine neue Qualität gewonnen.
Die positive Wirkung zeigt sich auch im Umgang mit Freunden und Bekannten. „Wenn alles fertig ist, kann die Freundin oder der Freund spontan zur Weihnachtsfeier einladen, ohne dass das bei mir Riesen-Stress auslöst“, sagt sie.
Sie hat Ende November sogar schon die Weihnachtsgrüße verschickt. „Darin wünsche ich meinen Freunden und Geschäftspartnern nicht nur frohe Weihnachten, sondern auch eine schöne Restzeit des Jahres“, sagt sie.
Die Grüße versendet sie vor allem per Mail und bekommt darauf eine gute Resonanz. „Von mir als Coach erwartet man vermutlich ungewöhnliche Aktionen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Bisher habe sich auf jeden Fall noch niemand über den frühen Weihnachtsgruß beschwert.
Lediglich beim Plätzchenbacken macht sie eine Ausnahme. „Das geht später auch noch.“ Es sei schließlich ein vorweihnachtliches Vergnügen.
Bei den Geschenken setzt Eva Fleischmann auf eine gute Absprache mit der Person, die das Geschenk erhält, um Stress zu vermeiden. „Ich frage, was sich meine Kinder wünschen“, sagt sie. Enttäuschte Gesichter unterm Weihnachtsbaum bleiben auf diese Weise aus. Überraschungen funktionieren schließlich nicht in jedem Fall.
Eine „harte Nuss“ sei ihr lediglich Ehemann. Von ihm einen konkreten Wunsch genannt zu bekommen, sei nicht einfach. Ohnehin befände sich das Ehepaar in einem Alter, in dem Sachgeschenke nicht mehr unbedingt sinnvoll seien. „Da wir beide berufstätig sind, ist für uns Zeit, die wir zusammen verbringen können, am wertvollsten“, sagt sie.
Getreu dem Motto: Schöne Erlebnisse machen glücklicher als schöne Geschenke überlegt sie aus diesem Grund, welche gemeinsamen Aktivitäten ihrem Mann eine Freude machen würden: eine kleine Städtetour oder ein Theaterbesuch sind häufig das Ergebnis. „Auch eine Massage kommt immer gut“, Euro wollen die Deutschen für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das sind 7 Euro mehr als 2017.

sagt sie. So etwas gönne man sich häufig nicht. Ihr Tipp: Die Aktivitäten schon terminlich fixieren, damit sie auch wirklich ausgeführt werden. Also schon die Karten für den Theaterbesuch kaufen oder die Flugtickets für das Paris-Wochenende buchen. So wird aus dem Plan auch Realität.
Sie selbst lässt sich ebenfalls gern Zeit schenken – vor allem von ihren Kindern. „Sie laden mich zum Kino ein, oder ich lasse mich von ihnen bekochen“, erzählt sie. Ein kleiner Hintergedanke begleitet sie dabei: „Meine Kinder kennen sich aus. Sie wissen, was hip ist und auf diese Weise erfahre ich etwas darüber.“
Außerdem gebe es in Berlin viele Dinge zu sehen, die man, wenn man hier wohnt, noch nicht kennengelernt hat. Auch ein Ausstellungsbesuch sei ein schönes Weihnachtsgeschenk.
Dank ihrer Strategie kommt es an Weihnachten im Haus Fleischmann zu keinen Unstimmigkeiten. Wenn sich doch Stress ankündigt, hat sie einen Tipp parat: „Ein Spaziergang kann helfen.“
Ob allein oder zu zweit: Ein kleiner Marsch durch die frische Winterluft trage dazu bei sich zu entspannen. „Ich gehe besonders gern in den Wald. Wer das nicht mag, weil es dunkel oder zu weit weg ist, der kann auch herlich durch die winterlichen Straßenzeilen gehen“, sagt sie.
Das entspannte Laufen durch die – zu dieser Zeit häufig leere Stadt – gehört zu ihren schönsten Erinnernungen. Anschließend sei es eine reine Freude, mit der gesamten Familie gemeinsam am Tisch zu sitzen und das Weihnachstsfest einzuläuten.

Von Mechthild Henneke, Berliner Zeitung vom 28.11.2018

Artikel als PDF öffnen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.